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Freifunk-WLAN benutzen

Wie kann ich Freifunk nutzen?

Wenn ein Freifunk-Hotspot in deiner Nähe ist, musst du nur dein Laptop oder Smartphone nach WLANs suchen lassen und dich mit dem WLAN „Freifunk“ verbinden. Freifunk ist kostenlos, es ist weder Registrierung noch Passwort erforderlich.

Wo kann ich Freifunk nutzen?

Das siehst du am besten auf der unserer Hotspot-Karte. In Ingolstadt gibt es etwa 150 Freifunk-Access Points, deutschlandweit mehr als 50.000.

Wenn ich Freifunk nutze, ist das sicher?

Freifunk ist genauso sicher oder unsicher wie andere öffentliche WLAN-Hotspots. Achte darauf, Passwörter nur in Webseiten einzutippen die HTTPS-verschlüsselt sind. Wenn du Windows benutzt lasse den Netzwerktyp für Freifunk auf der Voreinstellung „Öffentliches Netzwerk“.

Wie viele Leute nutzen Freifunk?

Das wechselt ständig. Die Anzahl der aktuell mit dem Freifunk-Netzwerk verbundenen Clients siehst du auf der Hotspot-Karte.


Eigenen Freifunk Hotspot betreiben

Die Störerhaftung wurde abgeschafft, was spricht dagegen, einfach mein eigenes WLAN für jeden zu öffnen?

Ja, die Störerhaftung wurde Ende 2017 abgeschafft. Trotzdem ist es nach wie vor nicht ratsam, ein offenes WLAN in Eigenregie zu betreiben:

Als Anbieter eines offenen WLANs haftest du zwar eigentlich nicht mehr direkt für Urheberrechtsverletzungen durch Dritte, manche Gerichte urteilen da aber anders. Außerdem können Rechteinhaber verlangen, dass du bestimmte Inhalte sperrst.

Des Weiteren ist es zwar unwahrscheinlich aber nicht auszuschließen, dass Dritte Straftaten über dein offenes WLAN begehen. Da sie dabei die IP-Adresse deines Internetanschlusses benutzen, stehst du bei strafrechtlichen Ermittlungen als Erstes im Fokus. Das kann sehr zeitraubend, teuer und unangenehm sein.

Falls du keine zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen ergreifst, öffnest du außerdem für jedermann dein privates Netzwerk. Dritte können auf deine Geräte und deine Daten zugreifen.

Wenn du dagegen einen Freifunk-Hotspot verwendest, ist durch das VPN deine IP-Adresse im Internet nicht sichtbar. Jeglicher Datenverkehr der Freifunk-Hotspots wird automatisch zu unseren Servern umgeleitet und geht erst von dort ins Internet. Im Internet wird statt deiner IP-Adresse die unserer Server benutzt.

Zusätzlich sorgt die Freifunk-Software durch die integrierte Firewall dafür, dass niemand auf dein privates Netzwerk zugreifen kann.

Aber wenn doch jemand illegale Inhalte hoch-/runterlädt? Das will ich nicht unterstützen!

Auch über einen normalen Internetanschluss ist es möglich, anonym zu surfen. Extra einen Freifunk-Hotspot aufzusuchen ist für Kriminelle weder erforderlich noch sonderlich attraktiv.

Können Fremde auf mein Heimnetzwerk (Laptop, NAS usw.) zugreifen?

Nein. Dein Freifunk-Hotspot lässt durch seine Firewall nur zu, dass Freifunk-Nutzer Freifunk nutzen. Eine Kommunikation mit z.B. deinem Rechner oder Fernseher ist nicht möglich.

An meinem Internetrouter ist kein Netzwerkanschluss mehr frei!

Du brauchst dann zusätzlich einen Netzwerk-Switch. Ein Switch funktioniert wie eine Mehrfachsteckdose für das Netzwerk. Einen Switch mit fünf Gigabit-Netzwerkanschlüssen gibt es ab ca. 15 EUR.

Den Switch verbindest du mit Netzwerkkabeln mit deinem Internetrouter, dem Freifunk-Access Point und allen anderen Geräten, die per Kabel ins Internet sollen.

Was kostet mich ein Freifunk-Access Point?

Die billigsten Freifunk-geeigneten Access Points kosten neu ca. 40€. Die Kosten für den Stromverbrauch liegen zwischen 5€ und 10€ pro Jahr. Sonst fallen keine Kosten für dich an. Wenn du willst kannst du uns durch eine Spenden unterstützen, du musst aber nicht.

Und mein alter Router kommt weg? Den brauche ich doch noch für Telefon, WLAN, etc.?

Dein alter Router bleibt bestehen und auch dein Telefon oder WLAN bleibt so wie es ist. Der Freifunkknoten wird wie ein PC oder Laptop per Kabel an deinen Internet-Router angeschlossen und bietet dann das Freifunk-WLAN zusätzlich zu deinem bestehenden an.

Dann saugen ja alle über meine Leitung und ich kann meinen Anschluss nicht mehr nutzen?

Das ist praktisch ausgeschlossen:
Der VPN-Tunnel des Freifunk-Access Points begrenzt die Bandbreite je nach verwendetem Access Point-Modell (leider) auf maximal 15-40 MBit/s, zusätzlich wird WLAN mit steigender Entfernung langsamer.
Außerdem gilt: Wenn mehrere Geräte an einem Internetanschluss betrieben werden, dann teilen sich diese die zur Verfügung stehende Bandbreite fair untereinander auf. Der Freifunk-Hotspot zählt dabei als ein einziges Gerät, egal wie viele Nutzer verbunden sind.
Zusätzlich kannst du auf der Konfigurationsseite deines Freifunk-Hotspots einstellen, wie viel Bandbreite du den Freifunknutzern maximal zur Verfügung stellen möchtest.

Ich habe keinen Plan von Technik, kann ich trotzdem einen Access Point betreiben?

Auf jeden Fall! Probiere es einfach. Wenn du unsicher bist, auf Schwierigkeiten stößt oder Fragen hast melde dich einfach bei uns, wir helfen dir sehr gerne!

Muss ich mich bei euch registrieren, wenn ich einen Freifunk-Hotspot aufstellen möchte oder das WLAN mit meinem Smartphone nutze?

Nein. Beides geht ohne mit uns in Kontakt zu treten. Niemand muss sich bei uns anmelden oder registrieren.

Kann ich die Original-Firmware meines Access Points wieder einspielen?

Bei den meisten Access Points kannst du wieder die originale Hersteller-Firmware aufspielen. Anleitungen dazu findest du bei OpenWRT.

Der Freifunk-Hotspot macht ein zweites WLAN mit einem seltsamen Namen auf. Ist da was kaputt?

Nein, das ist ganz normal. Neben dem normalen „Freifunk“-WLAN für Nutzer erzeugen die Hotspots einen zweites WLAN, das nur für die Verbindung von Freifunk-Hotspots untereinander, das sog. Mesh, benutzt wird.
Freifunk-Access Points ohne eigene Internetverbindung nutzen das Mesh-Netzwerk, um über benachbarte Freifunk-Hotspots die Internetverbindung herzustellen. So kannst du auf einfache Weise die Reichweite des Freifunk-WLANs erhöhen ohne jeden Access Point per Kabel ans Internet anschließen zu müssen.

Was mache ich mit den LAN-Buchsen am Access Point?

Wenn du mehrere Freifunk-Access Points hast die sich gegenseitig per WLAN erreichen können, verbinden sich diese automatisch zu einem Mesh-Netzwerk, d.h. wenn ein Access Point selbst keine Internetverbindung hat, stellt er diese über einen benachbarten Freifunk-Access Point her.

Statt WLAN kannst du für die Mesh-Verbindung zwischen den Access Points auch Netzwerkkabel verwendet werden („Mesh-on-LAN“): Das ist erheblich schneller und zuverlässiger als WLAN.

Wenn dein Access Point zusätzlich zur Buchse für das Internet-Kabel noch weitere Netzwerkbuchsen hat, wird darüber das Mesh-Netzwerk ausgegeben und empfangen. Über diese Buchsen kannst du Freifunk-Access Points beliebig miteinander verbinden, ohne jeden einzelnen davon mit deinem Internetanschluss verbinden zu müssen.

Ich will nicht, dass mein Hotspot auf eurer Karte auftaucht!

Der Eintrag auf der Karte ist freiwillig und optional, viele Hotspots sind nicht auf der Karte zu finden.
Beim Einrichten des Access Points ist die Standardeinstellung, dass kein Eintrag auf der Karte erfolgt.

Muss ich den Freifunk-Hotspot ständig eingeschaltet lassen? Bei mir Zuhause/in unserer Einrichtung sollen Kinder und Jugendliche nicht ständig durch Smartphones abgelenkt werden.

Durch das Aufstellen eines Freifunk-Access Points gibt es keine Verpflichtung, das Gerät rund um die Uhr zu betreiben.

Falls ein Freifunk-Access Point Workshops, Familienfrieden oder Unterricht stört, kann er einfach vom Strom getrennt werden. Ist die Veranstaltung vorbei, einfach wieder anschließen. Es geht nichts kaputt.

Freifunk ist zu langsam!

Der VPN-Tunnel begrenzt leider die maximale Bandbreite je nach verwendetem Access Point auf etwa 15-100 MBit/s, zusätzlich sinkt bei WLAN die Geschwindigkeit mit wachsender Entfernung.

Falls der WLAN-Empfang schlecht ist hilft es, einfach mehr Freifunk-Hotspots aufzustellen und möglichst viele davon mit dem Internet zu verbinden: Je mehr Knoten, desto dichter das Netz, desto besser die Netzqualität.

Wenn du ein langsames Access Point-Modell hast und noch die fastd-Firmware nutzt hilft es ungemein, auf auf die L2TP-Firmware wechseln. Mit der neueren L2TP-Firmware ist die Geschwindigkeit des VPN-Tunnels zu unseren Servern um den Faktor 4 schneller als mit der fastd-Firmware:

  1. Lade dir für deinen Access Point von unserer Firmware-Seite die „Upgrade“-Firmware für „Stable (L2TP)“ herunter.
  2. Versetze deinen Access Point in den Konfigurationsmodus (Reset-Taste etwa 10 Sekunden gedrückt halten bis alle LEDs kurz aufleuchten)
  3. Verbinde deinen Rechner per Netzwerkkabel mit einem LAN-Port des Access Points.
  4. Nach etwa 1-2 Minuten kannst du die Konfigurations-Webseite mit einem Browser unter 192.168.1.1 erreichen.
    In der Konfigurations-Webseite:
    1. Klicke rechts oben auf „Erweiterte Einstellungen“, dann auf „Automatische Updates“, setze den Update-Branch auf „stable_l2tp“ und klicke auf „Speichern“.
    2. Wechsle auf „Erweiterte Einstellungen“, „Firmware aktualisieren“ und lade die vorhin heruntergeladene Firmware-Datei hoch.
  5. Fertig.

Oder: Wirf einen Blick auf die von uns empfohlenen Geräte und besorge dir einen schnelleren Access Point.

Wie erhöhe ich die Sendeleistung meines Access Points?

Am besten gar nicht. Bei WLAN müssen alle beteiligten Geräte miteinander kommunizieren können, in Sende- und Empfangsrichtung. Wie bei einem normalen Gespräch ist es wichtig, dass alle etwa gleich laut sprechen.
Wenn du die Sendeleistung deines Access Points erhöhst, kann dessen Signal zwar aus größerer Entfernung empfangen werden, Smartphones und Laptops mit normaler Sendeleistung können aber nichts zurücksenden:
Obwohl das WLAN-Signal stark ist, funktioniert das Internet dann nicht. Du verärgerst die Nutzer, bekommst unter Umständen Probleme mit der Bundesnetzagentur und gewinnst gar nichts.

Falls die Reichweite deines Freifunk-Hotspots zu klein ist, versuche das Gerät möglichst in die Mitte des Bereichs zu stellen, den du mit Freifunk-WLAN versorgen willst. Außerdem kannst du natürlich einen weiteren Freifunk-Access Point aufstellen. Beachte außerdem, dass Metall und die meisten Fenster WLAN abschirmen.

Wie viele Leute können gleichzeitig einen Access Point nutzen?

Wie viele Endgeräte sich mit einem Access Point verbinden können, hängt von dem im Access Point verbauten WLAN-Chipsatz ab. Üblich sind Werte zwischen 15 und 50. Für die von uns empfohlenen Geräte haben wir die maximale Nutzerzahl angegeben, einige Gerätehersteller schreiben sie auch auf ihre Internetseite. Wenn die maximale Nutzerzahl überschritten wird, kann es zu einer Reduktion der Übertragungsgeschwindigkeit, Verbindungsabbrüchen oder zu einem Neustart des Access Points führen.

Wie kann ich die Konfigurationsseite meines Freifunk-Access Points nochmal aufrufen?

Wenn du nachträglich Einstellungen deines Access Points ändern willst (z.B. den Namen oder den Standort auf der Karte) musst du den Access Point in den Konfigurationsmodus versetzen:

  1. Halte bei eingeschaltetem Access Point die Reset-Taste etwa 10 Sekunden gedrückt bis alle Lampen kurz aufleuchten.
  2. Verbinde deinen Rechner per Netzwerkkabel mit einem LAN-Port des Access Points.
  3. Nach etwa 1-2 Minuten kannst du die Konfigurationsoberfläche mit einem Browser unter 192.168.1.1 erreichen und deine Einstellungen vornehmen.

Woher bekomme ich diesen schicken Freifunk-Aufkleber?

Komm zu unseren Treffen ins Bytewerk, da liegen die Aufkleber aus.


Warum macht ihr Freifunk?

Verdient ihr Geld damit? Verkauft ihr Daten?

Nein.

Warum macht ihr das?

Weil es uns Spaß macht und weil wir gerne überall WLAN haben!
Einige von uns interessieren sich sehr für die Technik und haben Freude daran, die Freifunk-Software zu verbessern oder die Server zu administrieren. Andere begeistert die Idee von Freifunk, eine unkommerzielle Kommunikationsinfrastruktur in Bürgerhand zu schaffen. Oder sie sprechen gerne mit Menschen, schreiben gerne Texte. Es gibt bei uns die verschiedensten Motivationen.

Warum wollt ihr überall WLAN? Es hat doch jeder eine Mobilfunk-Flatrate!

Wenn das letzte Bit des Highspeed-Volumens deiner „Flatrate“ aufgebraucht ist, wirst du dir wünschen, mehr WLAN benutzt zu haben…
Echte Mobilfunk-Flatrates sind immer noch sehr teuer. Außerdem ist der Mobilfunkempfang oft nur sehr schlecht und das Internet dementsprechend langsam, wenn überhaupt sinnvoll nutzbar. Dies gilt besonders in Gebäuden.
Mit einem Freifunk-WLAN-Hotspot kann man das Internet-Funkloch problemlos selbst beseitigen und anderen einen attraktiven, kostenlosen und zuverlässigen Internetzugang bereitstellen.